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Wien mit Teenagern: 5 Tipps

Was macht man mit zwei Teenagern (fast 13 und gerade 15 Jahre) in Wien? 5 Tipps, von der Hofreitschule bis zum Naturhistorischen Museum, vom Schnitzel bis zum Ziegenkäseeis. Mit echten Pferden und fast echten Dinosauriern,

1. Spanische Hofreitschule: Morgenarbeit und Führung durch die Stallungen

Wien, Hofreitschule, Reithalle
Mit Kronleuchtern: Die barocke Reithalle der Wiener Hofreitschule

Den Pferdemädchen fallen fast die Augen aus: eine hochherrschaftliche Reithalle! Wow! Und dann die Morgenarbeit mit allem Tüdelüt, Piaffe, Passage, Galopp-Pirouette. Der Text dazu ist jedoch desillusionierend: Die Ausbildung zum Bereiter dauert zehn Jahre. Ausgewählt werden die Bewerber nach dem Sitz. Das erste Jahr wird nur an der Longe geritten, 30 Minuten am Tag. Die Teenager kräuseln bedenklich Nase und Stirn. Dann wird streng geurteilt: "Die reiten mit verdeckten Fäusten," kritisiert Teenager Nr. 1. "10 Jahre Ausbildung und dann das!" Soweit man das vom zweiten Rang aus überhaupt sehen kann. M. bekommt einen Walzerkoller.

Führung durch die Stallungen. Süße kleine dicke Pferdchen, diese Lippizaner! Hinreißender Kopf, flauschiger Blick. Und natürlich nicht wirklich dick, das Runde, das sind alles Muskeln. Sonst könnten sie diese athletischen, kraftaufwendigen Dressurübungen ja gar nicht vorführen. Die Hengste tragen den Namen ihrer Mutter. Mädchennamen. Einer heißt Kitty. Sie genießen Beamtenstatus, fotografieren darf man sie nicht. Raus und sich austoben können sie auch nicht: Statt Paddocks gibt es eine Führanlage zum kultivierten Beine vertreten. Hat also Vor- und Nachteile, dieses Prominentenleben. So richtig modern sind Lippizaner ja gerade nicht, deshalb bekommt man sie im Lippizanergestüt Piber in der Steiermark – dem einzigen Staatsgestüt in Österreich – schon ab 3500 Euro. Die Teenageraugen funkeln auf, die nächste Reise könnte doch in die Steiermark gehen …

 

www.srs.at

2. Wiener Küche im Gasthaus Pöschl

Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat
Unumgänglich: Wiener Schnitzel und Erdäpfelsalat

„Salzer Däpfel? Was soll das denn bitte sein?“ Teenager 1 rätselt über der Speisekarte. Vogerlsalat, Topfen, Frittaten – all diese merkwürdigen Begriffe. Es ist nicht sicher, ob auf der Speisekarte überhaupt etwas genießbares zu finden ist. Während sich der Rest der Familie (Flexitarier, jedenfalls auswärts) einfach an das Wiener Schnitzel hält, wählt die überzeugte Vegetarierin nach intensiver Beratung das Schwammerlgulasch (übersetzt: Pilzgulasch) mit Semmelknödeln. Salzerdäpfel, lernt Teenager 1, sind übrigens Salzkartoffeln. So richtig hin und weg sind die jungen Damen dann nicht von der Wiener Küche, den Eltern schmeckt es aber. Für Mehlspeisen ist es leider viel zu heiß. Die zerfließen von alleine in diesem Sommer. Hatte ich auch noch nie, dass der Gedanke an Topfenstrudel mit Vanillesauce so gar keinen Reiz ausübt.

 

Wir waren im www.gasthauspöschl.com

3. Eis Greissler

Eis, Eisdiele
Tolle Sorten: Eis bei Greissler

„Ziegenkäse? Papa, ist das dein Ernst?“ Die Teenager schütteln sich schon bei der Idee, so eine eigenwillige Eissorte zu wählen. Dabei sind sie manchen kulinarischen Experimenten gegenüber recht aufgeschlossen. Aber hier geben sie sich eher konservativ und wählen Schoko statt Kürbiskernöl. Noch nicht mal „Pferdeäpfel“ reizt sie. „Hatten wir schon in der Hofreitschule!“ Dabei sind das hier Schoko-Nougatknödel mit Kürbiskernsplittern. Aber egal, wer sich für welche Sorte entscheidet: Glücklich werden wir alle. Es schmeckt köstlich! Ja, sogar das Ziegenkäse-Eis.

 

Eis Greissler

Neunkirchner Straße 2

2700 Wiener Neustadt

www.eis-greissler.at

4. Naturhistorisches Museum

Dinosaurier im Naturhistorischen Museum
Der bewegt sich! Fast wie in "Jurassic Park"!

Eines der bedeutendsten naturhistorischen Museen der Welt mit großem inhaltlichen Spektrum: Teenager 1 verschwindet sofort im Weltraum und vertieft sich stundenlang in der Sonderausstellung über die Mission Rosetta. Teenager 2 liest, wie man Behausungen aus Mammutknochen baut und probiert am Bildschirm aus, wie sie als Urzeitmensch ausgesehen hätte. Und dann noch die Begegnung mit den Dinosaurieren! Sieht aus wie in "Jurrassic Park", der Raptor bewegt sich sogar, greift an. Ich wäre ja am liebsten in Deckung gegangen. Auch in den anderen Abteilungen ist es leicht spooky: Unzählige ausgestopfte Tiere starren mich an, ein Anblick, an den ich mich nicht so recht gewöhne. Aber es ist faszinierend, in dieser unbelebten/belebten Welt in verschiedenen Zeitzonen unterwegs zu sein. Stundenlang.

 

www.nhm-wien.ac.at

5. Ausflug zum Heurigen "Zawodsky" und zur Himmelswiese

Himmelswiese Wien
Die Himmelswiese. Links im Bild: der Blick über Wien

Nein, die Teenager dürfen keinen Wein. Dass man das auch immer wieder sagen muss. Traubensaft! Aber wir, M. und ich, wir dürfen. Die Aussicht über Wien jedoch ist für uns alle da. Und von der Himmelswiese, zu der wir nach dem Heurigen aufsteigen, noch viel schöner.

Danke an Lars für diese Wegbeschreibung:

Wie kommt Ihr dort hin?

U6 bis Nussdorferstraße, dann Straßenbahn 38 Richtung Grinzing bis zur Station Paradiesgasse. Dort aussteigen, die Straße auf der die Straßenbahn fährt noch eine Gasse weiter bergauf gehen und rein in die Kaasgrabengasse. Dann immer gerade aus bis zum Stefan-Esders-Platz. Dort steht eine der schönsten Hochzeitskirchen Wiens und vor der Kirche geht links die Reinischgasse rein. Dort am Ende links ist der Heurigen.

Von der Straßenbahn aus sind das etwa 15 Minuten, dafür ist der Gastgarten wirklich wunderschön und man hat einen Blick über Wien. Abends wird es dort etwas frisch. Und dran denken, dass die Straßenbahn nur bis ca. kurz vor Mitternacht fährt.

 

www.zawodsky.at

Viele tolle Tipps und Inspirationen gibt es auf www.wien.info/de

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