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Schweden: Cowgirl trifft Elch, Teil 3

Wie ich aus völlig unwissenschaftlichen Gründen Värmland besuchte, dort wilden und weniger wilden Tieren begegnete, den aufgeräumten Wald bewunderte, Zimtschnecken genoss, in den Westernsattel stieg und ein Elchgeweih streichelte – und das alles an einem Wochenende

Text und Fotos: Kirsten Rick

3.Station: Im Wald

Zwischen den sorgsam aufgereihten Hütten des Björnbyn („Bärendorfes“) soll auch schon so mancher Elch gesichtet worden sein. Auf der einen Seite liegt ein See, rundherum ist Wald. Und direkt nebenan der Campingplatz Radastrand – mit Strandzugang natürlich. Dem Elch begegnen wir dann aber nur in seiner schmackhaften Form: als Elchgulasch. Ich fühle mich etwas schuldig, erst noch Emil streicheln und dann seinen Artgenossen verspeisen, das ist eigentlich nicht meine Art. Aber Hans, der Chef des Hüttendorfes, hat extra für uns gekocht. Und das sehr gut. Das Gulasch, dass in einem Emailletopf unter grellem Licht auf einer Warmhalteplatte dahinschmurgelt, schmeckt hervorragend. Das Fleisch ist zart, die Sauce gut gewürzt. Hans ist eigentlich Koch und hat auch schon für den König gekocht, auf einem Jagdausflug, dort aber das Salz vergessen – eine seiner vielen, detailreich erzählten, mäandernden Abenteuergeschichten. Der Stil des Feriendorfes stammt noch aus den 80er Jahren, manche der ausgestopften Tiere, die die Rezeption und den Gemeinschaftsraum zieren, mögen noch älter sein. Die Einrichtung der Hütten ist nicht schön, aber funktional, die Heizung geht auch. Die Nacht ist kuschelig und sehr, sehr ruhig.

Am nächsten Morgen nimmt uns Tobias vom Campingplatz Rådastrand mit in den Wald. Der junge Niederländer ist ausgebildeter Outdoor-Pädagoge und führt den Campingplatz gemeinsam mit seiner Verlobten. Die beiden bieten viele verschiedene Outdoor-Aktivitäten an, von der Biber-Safari über die Kinder-Abenteuerwoche bis zur Floßfahrt. Mit uns will er eine kurze GPS-Wanderung machen. Dabei sollen wir über ein GPS-Gerät jeweils den nächsten Zielpunkt auf der Route finden. Das klappt ganz gut, je nachdem, wie gut derjenige, der das Gerät in der Hand hat, gerade aufpasst. Es kommt zu unplanmäßigen Verzögerungen, als wir Blau- und Moltebeeren entdecken und spontan in den Snackmodus überwechseln. Und dann gibt es all diese Pilze, die man vermutlich nicht essen kann, aber die doch alle sehr fotogen sind. Ebenso wie die Nadelbäume mit ihren schnurgeraden Stämmen. Meterware – aber was für ein Design! Skandinavischer Purismus.

 

Info:

Björnbyn Rådastrand

Hütte ab SEK 850 (98€) je Nacht, plus Service und Endreinigung

www.bjornbyn.com

 

Camping Rådastrand

de.radastrand.com

 

Mehr über Värmland auf:

www.visitvarmland.se

www.visitsweden.de


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