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Ein weites Feld: Mit dem Rad auf Fontanes Spuren im Havelland – Etappe 4

Es wird fruchtig: Auf dem Fontane-Radweg zur Obstblütenstadt Werder an der Havel. Vitamin C liefert uns die "Zitrone des Nordens" aus dem Sanddorngarten

Kloster Lehnin, Havelland, Mark Brandenburg
Mauern, die schon Fontane begeisterten: Kloster Lehnin – der Kornspeicher

Morgens bei Kaffee und Tee entscheiden wir: Ja, wir fahren die Variante 2 des Fontane-Radweges über Kloster Lehnin (bei Regen). Fontane war beeindruckt, obwohl das Kloster schon zerstört war. Die romantische Verklärung des Mittelalters. Schön: Das UferCafé im Skulpturengarten am Klostersee. Mit Badestelle. Linsentopf „India“ und Käsekuchen schmecken sehr gut, die Gastgeberinnen wirken jedoch, als müssten sie sich erst wieder an Kundschaft gewöhnen.

UferCafé im Skulpturengarten am Klostersee Lehnin Brandenburg
Weg trifft See: Kunst am UferCafé im Skulpturengarten am Klostersee Lehnin

Tipp: UferCafé im Skulpturengarten am Klostersee, kunstortlehnin.de

Kontemplative Regenfahrt durch den Wald. Leider auf Sandwegen. Das Routing ist nicht eindeutig.
 Kurz vor Werder stoßen wir auf „Die ganze Welt des Sanddorn“: Ein Erlebnis-Zentrum rund um die „Zitrone des Nordens“ (weil Sanddorn so viel Vitamin C enthält). Wir erfahren von der Frau an der Kasse, dass der Sanddorn eine Pfahlwurzel hat, die tief in den Boden reicht, man muss ihn nicht gießen. Die Ernte geht so: Zweige abschneiden, schockfrosten. Dann lassen sich die Früchte abziehen. Sanddorn hat sehr lange Dornen.

Sanddorn, unreife Früchte und Blätter
Die "Zitrone des Nordens": Der Sanddorn – dieser hier ist noch nicht reif

Tipp: Sanddorn-Garten Petzow, sanddorn-garten-petzow.de

Werder an der Havel – die „Blütenstadt“ – ist auch ohne die Obstblüte ein Schmuckkästchen, fein herausgeputzt zeigt sich die Altstadt auf der Insel. Wir gehen den „Inselrundweg“, durch Kopfsteinpflastergassen, vorbei an geduckten, hübschen Häusern, über den Marktplatz und fühlen uns dabei fast wie in Aeroskobing auf Aerö.

Beim Inder „Sagan“ bemerken wir, wie spät es schon ist – 19.30 Uhr. Die Fähre in Ketzin ist nur bis 20 Uhr in Betrieb, das schaffen wir nicht mehr. Auf den Weg machen wir uns trotzdem. Aber wo übernachten?

Die Strecke ist schön, ein toller, neuer Fahrradweg führt an der Havel entlang über weite Felder. Das, Fontane, ist mal ein weites Feld! Auf der Havel ankern Hausboote. Die Uferstelle, die für unser Zelt passend wäre, ist leider schon vom Auto eines Nachtanglers belegt. Wir stellen unser Zelt neben einen Rastplatz, Bänke und Tisch direkt am Weg. Vorteil: Weniger Mücken und die Gelegenheit, den Sanddorn-Wein unterm Sternenhimmel zu trinken. 12%, der knallt.
 Und der schmeckt! Ein wenig wie Grauburgunder, aber frischer.

Etappen-Info:
78 Kilometer

Fontane.Rad, Variante 2 und ein Teil Fontane.Rad, Etappe 7

Informationen zur Route FONTANE.RAD auf fontanerad.de

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